Voraussetzungen und Vernetzung

Tabakprävention in der Schweiz

Preispolitik

Der Preis einer Packung Zigaretten hat einen Einfluss auf den Kaufentscheid. Je teurer die Zigaretten, desto eher wird auf den Kauf verzichtet. Dieser Zusammenhang gilt vor allem bei Jugendlichen, die noch keine Gewohnheit oder Abhängigkeit entwickelt haben. Vor allem für nichtrauchende Jugendliche ist dies ein wichtiges Argument zum Nichtrauchen (das wichtigste Argument betrifft die Gesundheit).

Das neue Tabakproduktegesetz

Die Tabakprodukte sollen in einem neuen Gesetz geregelt werden. Im Mai 2014 hat der Bundesrat den Vorentwurf für das neue Bundesgesetz über Tabakprodukte veröffentlicht. Die Vernehmlassung ging im September 2014 zu Ende. Als nächster Schritt sollen 2015 der Gesetzesentwurf und der dazugehörende Bericht des Bundesrates an das Parlament folgen.

Unsere Argumente für ein griffiges Gesetz finden Sie auf den Seiten des Dachverbandes, der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz.

Werbeverbot

Ohne die jahrzehntelangen Werbeanstrengungen der Tabakindustrie hätten Zigaretten in der heutigen Welt nicht den Stellenwert, den sie haben. Ein Werbeverbot ist eine wichtige Strategie zur Senkung der Raucherraten.

Züri Rauchfrei unterstützt mit Nachdruck das neue Gesundheitsgesetz des Kantons Zürich, das demnächst dem Parlament zur Beratung vorgelegt wird. In Ahnlehnung an die Gesetzgebung in Genf soll ein Werbeverbot erlassen werden, das auch die Plakatierung von Zigarettenwerbung auf Privatgrund verbietet, sofern diese Plakate von öffentlichem Grund aus einsehbar sind.

Hier die wichtigsten 3 Argumente für ein Verbot der Tabakwerbung:

  • Seit 30 Jahren ist die Tabakwerbung am Fernsehen verboten. Ebenso wird seit langem keine Zigarettenwerbung in Kinos in den Nachmittagsvorstellungen - wenn Jugendliche ins Kino gehen - gezeigt.
  • Ein Werbeverbot hat eine hohe Akzeptanz in der schweizerischen Bevölkerung. Zwei Drittel sagen dazu ja, weil sie überzeugt sind, dass die Tabakwerbung Jugendliche zum Rauchen verleitet und deshalb verboten werden muss.
    (vgl. BAG-Studie März 2004)
  • Die Weltbank zeigt in einer Studie auf, dass ein Werbeverbot für Tabakprodukte ein erfolgreiches Präventionsinstrument darstellt. (Seiten der Weltbank zur Tabakprävention worldbank.org/tobacco)


Basisinformationen zur Thematik hat das Bundesamt für Gesundheit  in  einem interessanten Dossier zusammengestellt: BAG-Dossier "Werbeverbot"

Verkaufsverbot

Eine weitere Strategie der Tabakprävention besteht darin, den Zugang zu Zigaretten, vor allem für Jugendliche, massiv einzuschränken. Im Sinne des Jugendschutzes fordern die Fachleute der Tabakprävention deshalb ein Verkaufsverbot von Zigaretten an unter 18-Jährige. Dies ist auch die Forderung des Bundesrates. Leider hat der Zürcher Kantonsrat die Alterslimite auf 16 Jahre gesetzt (siehe unten).

Dem Jugendschutz wird im Kanton Zürich besondere Aufmerksamkeit zuteil. Weitergehende Informationen dazu auf der Homepage der  "Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich"

Das neue Gesundheitsgesetz im Kanton Zürich

Das neue Gesundheitsgesetz wurde im April 2007 vom Kantonsrat genehmigt und 2008 in Kraft gesetzt. Darin ist ein Verkaufsverbot von Tabakprodukten an Unter-16-Jährige, ein Verbot für Tabakwerbung auf öffentlichem Grund sowie ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden enthalten. Die Verordnung regelt die Details.

Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz AT

Dachverband der Fachstellen für Tabakprävention

Zweck und Aufgaben

Als Dachorganisation zur Förderung des Nichtrauchens in der Schweiz wurde die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz AT 1973 gegründet. Heute umfasst der Verein über 65 Kollektivmitglieder: nationale und kantonale Gesundheitsligen (z.B. die Lungenliga Schweiz, die Krebsliga Zürich), Organisationen aus dem öffentlichen und privaten Gesundheitswesen sowie Kantone und Versicherungen.

Zugleich ist die Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz eine Fachorganisation. Diese Doppelfunktion ermöglicht die Koordination der vielfältigen Aktivitäten der Mitglieder in der Förderung des Nichtrauchens.

Die Schwerpunkte ihrer Arbeit sind

Kampagnen zur Förderung des Nichtrauchens

Die AT initiiert, gestaltet und leitet Kampagnen, oft in Kooperation mit anderen Trägern und Partnern wie der Krebsliga Schweiz, der Lungenliga, der Schweizerischen Herzstiftung und dem Bundesamt für Gesundheit. Ihren Mitgliedern bietet sie geeignete Arbeitsmittel an und schafft so günstige Voraussetzungen für das Gelingen regionaler Aktionen.

Medienarbeit

Jede Woche veröffentlicht die AT auf ihrer Webseite aktuelle News. Monatlich gibt sie einen Mediendienst heraus. Für die Mitglieder und andere Interessierte erscheint viermal pro Jahr die "AT-Information".

Gesetzgebung und Politik

Die AT arbeitet in der Eidgenössischen Kommission für Tabakprävention mit. Sie arbeitet zudem in der Eidgenössischen Kommission für Tabakprävention mit. Zu politischen Vorschlägen im Rahmen von Vernehmlassungen, aber auch gegenüber der Öffentlichkeit nimmt sie Stellung. Sie unterstützt die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen zur Tabakkontrolle (z.B. Schutz vor Passivrauchen, Einschränkung der Erhältlichkeit von Tabakwaren, Tabakwerbeverbot, Steuererhöhungen auf Tabakwaren).

Dokumentation

Die AT verfügt über eine umfangreiche Dokumentation zum Thema Rauchen. Sie erstellt Faktenblätter zu verschiedenen Themen rund um das Rauchen und gibt Auskunft über Hilfsmittel für Unterricht und Vorträge sowie über Rauchentwöhnungsmethoden.

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