Tabakpräventionsprogramm für den Kanton Zürich 2013 - 2016

Tabakpräventionsprogramm für den Kanton Zürich

Ausgangslage:

Im Kanton Zürich sind seit vielen Jahren verschiedene Akteure in der Tabakprävention aktiv. Die Tabakprävention ist in mehreren kantonalen Gesetzen und Konzepten vorgegeben. Wichtige Akteure sind die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich und insbesondere der Beauftragte des Kantons für Prävention und Gesundheitsförderung, die kantonale Fachstelle für Tabakprävention „Züri Rauchfrei“ sowie deren Mitgliedorganisationen, vor allem die Krebsliga des Kantons Zürich, die Lungenliga Zürich, der kantonale Apothekerverband und die Ärztegesellschaft. Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich beauftragt seit 18 Jahren Züri Rauchfrei mit der Koordination der Tabakprävention. Mit einem Vertrag wird festgelegt, welche Massnahmen in den Bereichen Verhältnis- und Verhaltensprävention und Vernetzung auszuführen sind. Züri Rauchfrei ist Teil des kantonalen Verbundes „Stellen für Suchtprävention im Kanton Zürich“.

Das Tabakpräventionsprogramm für den Kanton Zürich 2013–2016 basiert auf dem nationalen Programm, den Vorgaben des Tabakpräventionsfonds für kantonale Programme, Bedarfserhebungen und einem Analyse- und Strategieprozess von Züri Rauchfrei. Insbesondere wurden auch die neuen Grundlagen für die Finanzierung kantonaler Tabakpräventionsprogramme, wie sie der TPF im Oktober 2011 veröffentlicht hat, sowie die vorgängigen und nachgelagerten Koordinations- und Informationsprozesse vor allem mit nationalen Partnerorganisationen berücksichtigt. Inhaltlich entspricht das Programm internationalen Empfehlungen für umfassende Programme: Massnahmen in der Verhaltens- wie auch der Verhältnisprävention, mehrjährige Ausrichtung, Einbettung in nationale, regionale und lokale Aktivitäten, partizipativer Ansatz, Evidenzorientierung.

Schwerpunkte:

Aus der Ist-Analyse sowie dem Strategieprozess wurden folgende Schwerpunkte für die Tabakprävention im Kanton Zürich im Zeitrum 2013 – 2016 herausgearbeitet:

    • Handlungsfeld „Koordination und Zusammenarbeit“

Als wichtige Voraussetzung der zielorientierten Umsetzung des kantonalen Tabakpräventionsprogramms dient die Programmsteuerung. Im Weiteren soll im Sinne einer Querschnittsaufgabe die Zusammenarbeit und Vernetzung der kommunalen Akteure gefördert werden. In der Zieldimension „Verhinderung des Einstiegs wird eine Verstärkte Zusammenarbeit aller Partner im Setting Schule gesucht, insbesondere mit dem Volksschulamt und dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt. In der Zieldimension „Förderung des Ausstiegs“ wird eine Verbesserung der Vernetzung kantonaler Angebote und Anbieter einerseits sowie eine griffigere Abstimmung auf das nationale Rauchstoppprogramm andererseits angestrebt.

    • Handlungsfeld „Gesundheitsschutz und Marktregulierung“

Mit dem Gesundheitsgesetz aus dem Jahr 2007 und der Ergänzung bezüglich Testkäufen aus dem Jahr 2011 verfügt der Kanton Zürich bereits über griffige gesetzliche Grundlagen vor allem im zentralen Bereich Jugendschutz. Trotz des verhältnismässig guten strukturellen Umfeldes sollen in der Zieldimension „Verhinderung des Einstiegs“ die Umsetzung des Konzeptes „Rauchfreie Schule“ verstärkt werden. Der Vollzug bezüglicher illegaler Verkäufe von Tabakwaren ist noch ungenügend und soll mit dem Instrument der Testkäufe erhöht bzw. die Zahl der illegalen Verkäufe von Tabakprodukten an Jugendliche gesenkt werden. Im Bereich Werbung/Sponsoring sollen nationale Bemühungen zur Einschränkung unterstützt werden.

    • Handlungsfeld „Verhaltensprävention“

In der Zieldimension „Verhinderung des Einstiegs“ soll die Nutzung pädagogischer Angebote gefördert und die Weiterentwicklung von entsprechenden Produkten im Austausch mit anderen kantonalen Fachstellen sowie den verhaltensorientierten nationalen Angeboten im Jugendbereich geplant werden. In der Zieldimension „Förderung des Ausstiegs“ steht die vermehrte Nutzung von spezifischen, altersgerechten Rauchstopphilfen durch Jugendliche im Vordergrund. Die Angebote für rauchende Erwachsene sollen zielgruppen- und nachfragespezifischer gefördert werden.

    • Handlungsfeld „Information und Meinungsbildung“

Für die kommenden Jahre stehen zwei Schwerpunkte im Vordergrund. In der Zieldimension „Verhinderung des Einstiegs“ soll der Wissenstand der Fachleute verbessert werden. Vor allem in der Zieldimension „Förderung des Ausstiegs“ sollen auf kantonaler bzw. lokaler Ebene die Bemühungen des nationalen Rauchstoppprogramms verstärkt werden.

Zielsetzung:

Mit der dargelegten Schwerpunktsetzung wollen die Akteure der Tabakprävention im Kanton Zürich einen Beitrag zur Senkung des Anteils von Raucherinnen und Rauchern somit zur Verringerung der Morbidität und Mortalität in der Zürcher Bevölkerung beitragen.

 

Eine gute Übersicht über den Stand ähnlicher Vorhaben in anderen Kantonen gibt der VBGF

 

» Organigramm der Programmorganisation (PDF)