Unterstützung durch andere |
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Die Hoffnung, bestimmte Probleme gemeinsam mit anderen in einer Gruppe erfolgreich lösen zu können, ist bei Frauen ganz eindeutig grösser als bei Männern: Rund zwei Drittel derjenigen, die sich für Gruppenangebote zur Gesundheitsförderung interessieren und anmelden oder eine Selbsthilfegruppe bilden, sind jeweils Frauen. Das gilt auch für die seit Anfang der 80er Jahre in Deutschland angebotenen Kurse des Nichtrauchertrainings “Nichtraucher in 10 Wochen”. Fragt man Frauen und Männer, welche Strategien sie in Problemsituationen anwenden, zeigt sich ein dementsprechendes Bild: Frauen setzen vor allem auf Gespräche mit anderen. Männer neigen dagegen dazu, ihre Probleme allein zu durchdenken und nach möglichen Lösungen zu suchen. Auch bei einer Befragung abstinent lebender alkohlabhängiger Frauen und Männer nannten Frauen eher die “Suche nach sozialer Unterstützung” als hilfreiche Strategien, während Männer mit Techniken wie “Positives Denken” und “Vermeidung” besser zurecht kamen.
In Deutschland gibt es zur Zeit auf dem Gebiet der Raucherentwöhnung keine Angebote speziell für Frauen. Dabei zeigen die Unterschiede im Rauchverhalten und bei der Entwöhnung, dass ein solches Angebot die Chancen für Frauen verbessern könnte. Kurzfristig praktikabel wäre beispielsweise die Gründung von Frauen- (Selbsthilfe) - Gruppen zur Thematik des Rauchens. In diesen Gruppen könnte ausführlicher und intensiver auf die Interessen und Probleme von Frauen eingegangen werden als dies in gemischtgeschlechtlichen Gruppen der Fall ist. Kursleiterinnen aus Kanada, die sowohl Gruppen für Männer als auch für Frauen anbieten, berichten z. B. dass Frauen das Bedürfnis haben, ausführlicher als Männer über das Gefühl der Abhängigkeit zu sprechen. Ein weiterer Schwerpunkt in solchen Gruppen müsste der Umgang mit negativen Gefühlen und Konflikten sein, die ja das Rauchverhalten von Frauen stärker steuern als das der Männer. Auch für den Themenbereich Körpergewicht und Essverhalten wären reine Frauengruppen sicherlich von Vorteil, wenn sich das Gespräch nicht nur um Diättipps drehen, sondern auch z B. die Schwierigkeiten der Akzeptanz des eigenen Körpers mit einschliessen soll.
Unterstützung durch andere ist für Frauen, wie bereits erwähnt, ausserordentlich wichtig. Gleichzeitig ist es für Frauen oft besonders schwer, zuverlässige Unterstützung und Verständnis in der Familie bzw. im Freundeskreis zu finden. Im Gegenteil: Häufig sind sie selbst diejenigen, die anderen bis zur Selbstaufgabe helfen. In dieser Hinsicht ist eine Selbsthilfegruppe eine geradezu ideale Lösung.
Nichtraucher in 10 Wochen - eine Chance für Raucher. Dieses Programm wendet sich an alle, die sich das Rauchen schrittweise in einer angeleiteten Gruppe abgewöhnen möchten. Sie können sich direkt bei Ihrer Krankenkasse oder der örtlichen Volkshochschule erkundigen. Nähere Informationen erhalten Sie auch beim: Institut für Therapieforschung (IFT), Parzivalstrasse 25, 80804 München. “Leitfaden für den Aufbau von Selbsthilfegruppen”, kostenlos erhältlich bei: Nakos, Nationale Kontakt und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen, Albrecht-Achilles-Strasse 65, 10709 Berlin. Nakos nennt auch überörtliche Anlaufstellen, bei denen man sich über bereits bestehende Selbsthilfegruppen informieren kann.