Erhöhung der Tabaksteuer
kann Leben retten
Studie der Weltbank

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Eine stärkere Kontrolle des Tabakhandels und der Tabakwerbung kann nach Angaben der Weltbank Millionen von Leben retten. Mit der Ergreifung von Massnahmen, welche die Nachfrage nach Tabakprodukten vermindern, könne vor allem in den Ländern der Dritten Welt der vorzeitige Tod von Millionen von Jugendlichen und armen Menschen verhindert werden, teilt die Weltbank in einer am Dienstag bei der Jahresversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf veröffentlichten Untersuchung mit. Als effizientestes Mittel zur Eindämmung des Tabakkonsums wird in der Untersuchung die Erhöhung der Tabaksteuer bezeichnet.

Segensreiche Preiserhöhungen

Eine zehnprozentige Erhöhung der Zigarettenpreise werde in Entwicklungsländern einen Rückgang der Zahl der Raucher um acht und in den Industriestaaten um vier Prozent bewirken, heisst es in dem Bericht. Nach Berechnungen der Weltbank würde eine Preiserhöhung um zehn Prozent weltweit 40 Millionen Personen zum Verzicht auf das Rauchen bewegen und so mittelfristig mindestens 10 Millionen durch den Tabakkonsum verursachte vorzeitige Todesfälle verhindern helfen. Die Erhöhung der Zigarettenpreise würde zudem vermutlich eine grosse Zahl von potentiellen Rauchern vom ersten Griff nach dem Glimmstengel abhalten, wird in der Untersuchung betont.

Als äusserst wirksam würde sich auch ein umfassendes Verbot der Werbung für Tabakprodukte bei der gleichzeitigen Durchführung einer umfassenden Aufklärungskampagne gegen die negativen Auswirkungen des Rauchens erweisen, wird in dem Bericht weiter mitgeteilt. Solche Massnahmen würden nach Berechnungen der Gesundheitsexperten der Weltbank einen Rückgang der Zahl der Raucher um sieben Prozent bewirken. Die Zahl der Raucher könnte dadurch weltweit um 23 Millionen verringert werden, schätzt die Weltbank. Ein zusätzlicher Rückgang der Zahl der Raucher wird zudem von einem leichteren Zugang zu Nikotinersatzprodukten erwartet.

Verbote bringen wenig

Nur geringe Auswirkungen auf die Zahl der Raucher haben nach Angaben der Weltbank dagegen alle jene Massnahmen, welche auf eine Verknappung des Angebots von Tabakprodukten abzielen. Ein generelles Verbot des Tabakkonsums oder Einschränkungen beim Verkauf könnten kaum durchgesetzt werden und hätten vermutlich unerwünschte Nebeneffekte, heisst es in dem Bericht. Verkaufsverbote für Jugendliche hätten sich in den vergangenen Jahren als unwirksam erwiesen, und auch Bemühungen zur Reduktion der Anbauflächen seien immer wieder gescheitert. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass der Verkaufserlös für Tabak immer höher sei als für andere Agrarprodukte, selbst wenn diese subventioniert würden.

Quelle: NZZ vom 19. Mai 1999, S.59


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